Matthias Czarnetzki – Buchnachrichten des Tages

Interessanter Artikel? Teil ihn mit deinen Kontakten - und hilf einem Blogger ;-)

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

Veröffentlicht unter Buchnachrichten

Matthias Czarnetzki – Buchnachrichten des Tages

Interessanter Artikel? Teil ihn mit deinen Kontakten - und hilf einem Blogger ;-)

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

Veröffentlicht unter Buchnachrichten

Vom Manuskript zum eBook – die Konvertierung nach epub und mobi

Was macht eigentlich ein Selfpublisher?
Vom Manuskript zum eBook – die Konvertierung nach epub und mobi

Ist die Konvertierung wirklich notwendig?

Warum nicht einfach das Skript bei einer Selfpublishing-Plattform hochladen? Dort wird es doch automatisch konvertiert – oder etwa nicht?

Das Problem mit Allround-Konvertern liegt darin, dass diese mit allen Arten von Manuskripten fertig werden müssen, die (technisch) nicht unbedingt schön sind. Die Lösung liegt darin, nur eine Grundmenge von dem zu unterstützen, was in einem Ebook möglich ist und für Ausnahmen allgemeingültige Standardwerte anzunehmen, die in den meisten Fällen vernünftige Ergebnisse bringen. Aber eben nur in den meisten. Und gehört dein Buch zu den Standardfällen?

Es lohnt sich, Zeit und Mühe zu investieren, um dem Leser das beste Leseerlebnis zu bieten. Er wird diese Mühe bemerken und zu schätzen wissen – genauso wie er die Lieblosigkeit eines schnell zusammengeschusterten Machwerks entdeckt und sich enttäuscht abwendet.

Wenn du ein Ebook erstellst, welches beim Upload auf die Plattform deiner Wahl nicht mehr verändert wird, dann hast du sein Erscheinungsbild selbst in der Hand – und dass ist ein weiterer Schritt in Richtung Erfolg.

Vorbereitung des Manuskripts

Voraussetzung für ein sauber formatiertes Ebook ist ein sauber formatiertes Manuskript. Wenn du ein Mensch bist, der generell mit Formatvorlagen arbeitet und der niemals in seinem Leben eine direkte Formatierung vornehmen würde, kannst du diesen Abschnitt überspringen.

Beim Schreiben eines Textes machen sich die Wenigsten Gedanken über seine korrekte Formatierung. Braucht man eine Überschrift, wird die entsprechende Textstelle markiert und die Schriftgröße eingestellt. Genauso wird eine andere Schriftart zugewiesen, damit das Ganze nach einer Überschrift aussieht. Und eine Leerzeile zwischen Überschrift und Text bekommt wohl jeder mit zwei Mal Enter hin.

Das ist einfach. Das ist aber auch grundlegend falsch. Das Problem ist, dass die so formatierte Stelle zwar nach einer Überschrift aussieht, aber keine ist. Genauso fügt zwei Mal Enter keine Leerzeile, sondern einen leeren Absatz ein. Für einen eReader ist das ein himmelweiter Unterschied.

Die Nuke Methode

Die Nuke Methode stammt aus dem Smashwords-Style-Guide von Mark Coker, dem Gründer von Smashwords, und stellt die radikalste, aber auch sicherste Methode zur technischen Überarbeitung eines Word- oder OpenOffice-Dokuments dar. Dabei wird der gesamte Text in einen Editor, der keinerlei Formatierung beherrscht, kopiert und von dort wieder zurück in die Textverarbeitung. Damit ist jegliche Formatierung, aber auch alle (möglicherweise unsichtbaren) Formatierungsfehler aus dem Manuskript verschwunden. Nachteil ist, das die gewünschten Formateinstellungen jetzt noch einmal eingearbeitet werden müssen – diesmal aber bitte per Formatvorlage!

Ist das Manuskript erst einmal fehlerfrei, dann gibt es mehrere Wege, um an eine eBook-Datei zu kommen.

Kostenlos ein epub erstellen: eBooks mit OpenOffice und writer2epub

Die kostenlose Methode geht über die Verwendung von OpenOffice. Dieses lässt sich über den Menüeintrag Erweiterungen mit dem Plugin writer2epub aufrüsten. Sobald dieses Plugin installiert ist, lässt sich ein Manuskript direkt als epub-Datei abspeichern. Vor dem Speichern wird ein Dialog mit zwei Reitern angezeigt – dort werden die Metadaten und das Cover eingegeben.

Ich empfehle dir, bei den Metadaten nicht knausrig zu sein. Denn im Ernstfall hat ein Leser nur diese eine Datei von dir. Und wenn er sich auf die Suche nach weiteren Lesestoff begeben will, dann wäre es besser, wenn er alles in dieser einen Datei finden kann, was er braucht: den Klappentext, der Hinweise auf weitere Bücher enthält, die Autorenhomepage, Stichworte, unter denen er nach weiteren Werken suchen kann… Was immer dir einfällt, schreib es rein.

Für den Upload auf Amazon solltest du die epub-Datei vorher in ein mobi umwandeln. Wie das geht, habe ich vor längerer Zeit in Artikel 1-Click-Konvertierung beschrieben.

Der komplette Weg, also von der technischen Überarbeitung deiner Word/OpenOffice-Datei bis hin zur Konvertierung, ist in diesem Buch beschrieben:



Kindle Edition: Check Amazon for Pricing Digital Only
Release date December 25, 2013.

epub für wenig Geld: Die Konvertierung mit Jutoh

Ich bin auf Jutoh gestoßen, als ich eine Doktorarbeit in ein eBook umwandeln wollte. Das ist eine – um den beliebten Euphemismus zu bemühen – Herausforderung. Denn so eine Doktorarbeit besteht aus mehrfach geschachtelten Überschriftenebenen, Fußnoten, Querverweisen, Referenzen, Abbildungen und Tabellen. Das per Hand in ein eBook umzuwandeln hätte mich wahrscheinlich einen guten Teil meiner geistigen Gesundheit gekostet. Aber ich war bereits kurz vorher auf Jutoh gestoßen, ein eBook-Konvertierungsprogramm, dass aus Word-Dokumenten auf einen Schlag alle gängigen eBook-Formate erzeugen kann und dabei die Formatierung aus der Originaldatei so weit wie möglich beibehält. Auf der anderen Seite gibt es die Möglichkeit, so ziemlich jeden Aspekt der Generierung zu beeinflussen – das Feintuning sozusagen. Die erzeugten Bücher werden anschließend noch mit dem epub-Checker geprüft und Problemstellen sofort angesprungen, sodass fehlerhafte eBooks nicht mehr sein müssen.

Zwar kostet Jutoh etwas Geld, aber die gesparte Zeit und das Ergebnis sind es allemal wert. Außerdem reagiert der Entwickler sofort auf Fehlermeldungen – ich hatte mal Samstagabend ein Problem; bereits Sonntagnachmittag stand die korrigierte Version zum Download bereit. Einziger Nachteil: das Programm gibt es nicht mit deutscher Benutzeroberfläche. Es ist zwar leicht zu bedienen, wenn du aber mit Englisch gar nicht kann, dann lass es lieber.

Der komplette Weg, also von der technischen Überarbeitung deiner Word/OpenOffice-Datei bis hin zur Konvertierung, ist in diesem Buch beschrieben:



Kindle Edition: Check Amazon for Pricing Digital Only

epub+mobi ohne Zeitaufwand: per Konvertierungsservice

Ich persönlich finde die technische Seite der eBook-Erstellung ja nicht so schwer. Aber ich hab auch ein Informatikstudium und knappe zwanzig Jahre Berufserfahrung hinter mir.

Autoren, die nicht aus der Mathematiker/Informatiker-Ecke kommen, können leicht Stunde um Stunde mit dem Studium der diversen Programme verbringen – Zeit, in der auch neue Bücher geschrieben werden können.

Wenn du diese Zeit also sinnvoller einsetzen willst, dann beauftrage jemanden, der sich damit auskennt.

Hier muss ich mal schamlos Eigenwerbung betreiben. Ja, ich biete so einen Konvertierungsservice an. Von Autor zu Autor. Welche Qualitätsansprüche ich an das Endergebnis habe, dürfte mittlerweile klar sein, der Rest steht hier:

eBook-Service

Eine Google-Suche dürfte weitere Ergebnisse zu Tage fördern und Matthias Matting hat auf Seite SelfpublisherBibel.de auch einige Angebote zusammengetragen.

Rechne einfach aus, wie viel Zeit du sparst, wenn du einen anderen den Job machen lässt, und wie viel Geld dir das wert ist. Dann wirst du das richtige Angebot finden.

Fehlt nur noch eins: die Abschlusskontrolle

Vor dem Hochladen auf die Verkaufsplattform deiner Wahl solltest du das Ergebnis kontrollieren. Natürlich kannst du dir die wichtigsten eReader zulegen und dein Buch auf der Hardware testen, aber diese Möglichkeit geht, trotz des Preisverfalls, ins Geld. Aber dafür haben findige Programmierer eBook-Viewer erfunden. Für die epub-Dateien verwende ich den ebookviewer von Calibre, für die mobi-Dateien den von Amazon zur Verfügung gestellten KindlePreviewer.

Öffne dein Buch mit dem entsprechenden Programm und achte zuerst auf den allgemeinen Eindruck. Stimmen Schriftart und -größe? Ist der Schriftstil richtig, oder wird im Absatz wild hin- und hergewechselt (das deutet auf Formatierungsprobleme in der Ausgangsdatei hin)? Ist die Basisschriftgröße nicht zu groß und nicht zu klein? Sind die Bilder zu erkennen, lassen sich die einzelnen Kapitel per Navigationsbutton anspringen?

Achte besonders darauf, dass dein Cover richtig eingebunden wurde und das ein Inhaltsverzeichnis da ist – fehlt einer der zwei Punkte, wirkt das Ergebnis amateurhaft.

Stell dir einfach vor, du hättest das Buch für fünfzehn Euro gekauft. Wärst du mit der Gegenleistung zufrieden? Dann ist es in Ordnung. Wenn nicht – dann lass deine Leser auf keinen Fall deine Beta-Tester sein!

Soweit bis hier her – das eBook wäre schon mal fertig. Aber es gibt ja immer noch Menschen – um genau zu sein, der größte Teil der Leser – die ein Buch auf Papier bevorzugen. Und wie man die glücklich machen kann, darum geht es nächste Woche.

Wie immer: bleibt per RSS oder eMail am Ball!

PS: Es gibt natürlich noch viele weitere Methoden und Werkzeuge, um eBooks zu erstellen; ich habe bloß die erwähnt, die für mich selbst am praktischsten sind. Wenn es Fragen gibt, dann einfach rein in die Kommentare damit – ich kümmere mich drum. Versprochen.

 

 

 

Interessanter Artikel? Teil ihn mit deinen Kontakten - und hilf einem Blogger ;-)

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

Getagged mit:
Veröffentlicht unter ePublishing, Verlegen

Beurteile ein Buch nicht nach seinem Cover – schön wär’s!

Matthias Czarnetzki Lesen – Schreiben – ePublishing

Was macht eigentlich ein Selfpublisher?
Beurteile ein Buch nicht nach seinem Cover – schön wär’s!

Menschen sind Augenwesen. Und das erste, war ein zukünftiger Leser von deinem Buch sieht, ist sein Cover (und in den meisten Fällen: eine briefmarkengroße Version davon). Nicht die spannende Geschichte, die faszinierenden Charaktere, ihre tiefen Abgründe, die geschliffene Sprache, der brillante Humor – sondern das Bild vorn drauf.

Dieses Bild entscheidet, ob er sich das Buch ansieht oder anklickt und einen zweiten Blick riskiert.

Dein Cover macht vielleicht neunzig Prozent deines Erfolges aus. Klingt – für einen Schreiber – deprimierend, ist aber so.

Nichts verrät auf einen Blick schneller, ob es sich um die Arbeit eines Amateurs oder eines Profis handelt. Wenn du es dir leisten kannst, dann beauftrage einen Designer. Einen mit Erfahrung. Und nein – deine Schwester/Frau/Tante zählt nicht, auch wenn sie die Wohnung so schön dekoriert hat. Coverdesign hat ganz eigene Regeln und du braucht jemanden, der diese Regeln kennt. Ein guter Designer kennt sie – und er schafft in wenigen Stunden das, wofür du vielleicht Tage oder Wochen brauchst.

Aber ich möchte dich nicht davon abhalten, es selbst auszuprobieren. Im Lauf der Zeit habe ich einige der Punkte erkannt, die ein gutes von einem schlechten Cover unterscheiden. Hier sind meine Erkenntnisse:

Als ich gegen Ende der Neunziger begann, mich mit Selfpublishing zu beschäftigen, war das kaum mehr als ein Synonym für Print on Demand. Die Vorderseite wurde so gestaltet, dass sie einem Verlagserzeugnis möglichst nah kam. Ausgefeilte Grafik, Details, Schriftkunst. Es gibt da nur ein kleines Problem:

Bei einer Taschenbuchgröße von 17 x 13 cm und 300dpi stehen 7830708 Pixel zur Verfügung. Bei einem ebook-Cover sind es 800 x 600 = 480.000 Pixel. Das klingt immer noch nach viel – ist aber ein Irrtum. Denn der erste Eindruck, den der Leser vom Buch bekommt, wird mit höchster Wahrscheinlichkeit das 68 x 90 Pixel große Icon sein, welches in der Ergebnisliste von Amazon angezeigt wird. Damit sind es nur noch 6120 Pixel, die zur Verfügung stehen, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu fesseln.

UPDATE: Hier muss ich mich korrigieren. DieDesignerin von www.coveria.de hat in den Kommentaren darauf hinwiesen, das das Vorschaubild in der Ergebnisliste von Amazon 115 x 160px – damit stehen 18400 Pixel zur Verfügung. Das ist zwar das dreifache von meinem Wert – aber im Vergleich zum vollflächigen Cover immer noch verschwindend wenig.

Deshalb lautet Empfehlung 1:

1. Entwirf dein ebook-Cover in Icon-Größe.

Ein Cover auf Taschenbuch-Größe zu entwerfen und anschließend zu verkleinern wird zu einem unleserlichen Icon führen. Zumindest der Titel sollte auch auf Icon-Größe noch deutlich zu lesen und die Grafik mehr als ein bunter Klecks.

Manche Cover verzichten vollständig auf die Grafik und verwenden nur die Schrift, so wie ich es bei meinen Kurzgeschichten getan habe:



Kindle Edition: Check Amazon for Pricing Digital Only




Kindle Edition: Check Amazon for Pricing Digital Only

Heute haben sich aber grafisch gestaltete Cover durchgesetzt.

2. eBook-Cover sind kein Platz für Feinheiten

Serifenschriften, Details, Farbnuancen – all das geht verloren, wenn ein Cover verkleinert wird. Falls dir dennoch daran liegt, dann entwirf zwei Cover:

  1. Eins, das ins eBook eingebunden wird. Hier musst du nur damit leben, dass es auf eink-Geräten nur Schwarz-Weiß dargestellt wird.
  2. Ein zweites, das als Marketingbild im Shop verwendet wird – und das MUSS auf Icon-Größe umwerfend aussehen.

3. Die Hintergrundfarbe der meisten eBook-Shops ist weiß

Ich bin als Informatiker ein notorischer Faulpelz. Im beruflichen Umfeld wird das als Nutzung von Synergieeffekten als Vorteil verkauft, denn es bedeutet nichts anderes, als dass ich ein Problem nur einmal löse und diese Lösung später wiederverwenden kann (obwohl sie zwei Mal in Rechnung gestellt wird ;-) ).

Ähnlich bin ich mit meinen Büchern vorgegangen. Wie erwähnt, gab es eBooks noch nicht, als meine ersten Cover entstanden. Ich hatte ein sich ständig wiederholendes Grundlayout, das den Wiedererkennungseffekt ausnutzte und dazu noch gut aussah. Dabei habe ich auf eine weiße Grundfläche gesetzt (ein wohltuender Kontrast zu den weit verbreiteten Vollbild-Covern). Diese Cover habe ich auch als Cover für die ebook-Ausgaben benutzt:



List Price: EUR 13,80 EUR
New From: EUR 13,80 EUR In Stock
Used from: Out of Stock

Ich denke, das Problem ist offensichtlich: genauso wie Schneehasen auf Schnee nahezu unsichtbar sind, ist dieses Cover sagen wir: unauffällig.

Um sich – zumindest vom Hintergrund – abzuheben, reicht manchmal eine leichte Einfärbung. Alles, bloß nicht weiß. Oder zumindest ein Rahmen, der das Bild vom Hintergrund abgrenzt.

Diese Tipps helfen erst einmal die gröbsten Fallen zu umgehen – sicher gibt es noch mehr zu sagen.

Ähnlichkeiten nutzen

Erfahrungen aus dem Buchhandel zeigen, dass Leser Bücher schon anhand der Cover in eine mentale Schublade stecken. Romanzen haben meist einen muskelbepackten Mann, der aus mysteriösen Gründen kein Hemd, dafür eine optisch makellose Frau im Arm hat. Chick-Lit hat Wolken, Vampirromane Zähne (daher die interne Bezeichnung Wolkenbücher und Nackenbeißer) oder religiöse Symbole mit Blut. Das ändert sich, genau wie die Mode, von Saison zu Saison. Wenn du dich mit deinem Buch an den Erfolg der etablierten Bestseller anhängen möchtest, dann schau dir ihre Cover an und gestalte deins so ähnlich (Aber nicht bloß kopieren, das gibt Ärger mit dem Urheberrecht!). Das hat nichts mit Mangel an Kreativität zu tun – sondern mit den so oft beschworenen Synergieeffekten.

Ein Plan muss sein

Bevor du dich nun an die Erstellung deines Covers machst, überleg genau, was du damit erreichen willst. Denn auch hier gilt der alte Spruch: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

Ein Foto auf dem Cover deutet für mich auf eine realistische Geschichte hin – etwa ein Liebesroman oder eine Biografie, die sich wirklich so zugetragen haben könnte. Meine Lutetia-Stubbs Romane könnten sich zwar so auch in der Realität abspielen, sind aber derartig überzeichnet (mit Absicht!), dass ich dort comicartig verfremdete Bilder verwende (Zur Information: der Ausgangspunkt für diese Grafik war ein Foto der Skyline von Passau).

Mit Bilddatenbanken hatte ich mich in der Vergangenheit nicht abgegeben – in dem Irrglauben, dass ein fremder Fotograf wohl kaum den Spirit meiner Bücher einfangen könnte. Vor allem, wenn er sie nicht einmal kennt. Dann kam mir das Buch Mia und die Langschläfermützen von Christina Flettner unter.


Mia und die Langschläfermützen (Kindle Edition)

By (author): Christina Flettner

Kindle Edition: Check Amazon for Pricing Digital Only
Release date January 26, 2014.

Das Cover und alle im Buch vorhandenen Grafiken stammen aus der Bilddatenbank fotolia und passen so gut zusammen, als hätten Grafiker und Autorin Hand in Hand zusammengearbeitet.

Wenn du also auf der Suche nach einem guten Motiv bis (egal ob fürs Cover oder für den Innenteil) lohnt sich ein Blick in die größeren Bilddatenbanken.

Achte dabei exakt auf die Lizenzbedingungen. Viele stellen ihre Werke unter eine Creative Commons Lizenz, erlauben also ihre Verwendung. Zu welchen Bedingungen ist unterschiedlich. Manche Werke sind vollständig freigegeben, andere dürfen nicht verändert werden. Meist ist die Namensnennung des Künstlers Pflicht, andere wollen eine (geringe) Gebühr. Halte dich daran. Genauso, wie du deine Urheberrechte respektiert haben möchtest, solltest du die der anderen respektieren.

Soweit mein Ausflug ins Thema Coverdesign – aber mein Tipp lautet wirklich: lass es jemanden machen, der sich damit auskennt. Und wenn du es dir nicht von vorn herein leisten kannst, dann lass ein neues Cover gestalten, sobald du mit deinem Buch etwas Geld verdient hast – dein Erfolg wird es dir danken.

Nachdem du jetzt die Verpackung fertig hast, geht es an den Inhalt. Damit meine ich diesmal nicht die Geschichte, sondern die notwendigen eBook-Dateien oder Druckvorlagen. Mit deren technischen Feinheiten beschäftige ich mich nächste Woche.

Und nicht vergessen: bleib dran per RSS oder eMail!

Interessanter Artikel? Teil ihn mit deinen Kontakten - und hilf einem Blogger ;-)

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

Getagged mit: , ,
Veröffentlicht unter ePublishing, Verlegen

Professionelles Korrektorat für Selfpublisher – optionaler Schnickschnack oder überlebensnotwendig?

Was macht eigentlich ein Selfpublisher?
Professionelles Korrektorat – optionaler Schnickschnack oder überlebensnotwendig?

Überlebensnotwendig. Keine Diskussion.

Nichts kann einem Leser gründlicher die Freude an einem Buch verderben, als eine miese Rechtschreibung. Wirklich nicht. Während man bei einem Taschenbuch aus dem Handel bei einem Fehler noch denkt: Sieh mal an, die sind auch nicht vollkommen! ähneln manche selbst publizierten Werke eher einer Geheimschrift, bevor man endlich darauf kommt, dass Orthografie, Groß- und Kleinschreibung sowie Grammatik als optionale Zusatzschritte betrachtet wurden, die der Schreiber offenbar aus Kostengründen weggelassen hat.

Ein unabhängiges Lektorat oder zumindest ein professionelles Korrektorat sind der einzige Punkt beim Selfpublishing eines Buches, für den du Geld ausgegeben musst. Das ist nicht optional. Du willst, das Leser Geld für deine Bücher ausgeben? Dann gib ihnen ein Buch, dass dieses Geld auch wert ist! Sobald du vom Leser Geld für dein Buch verlangst, bist du kein Hobbyschreiber mehr. Dann bist du ein Profi. Und du musst wie einer arbeiten.

Denn ansonsten bist du nichts anderes als ein Automechaniker, der die Roststellen in der Karosserie bloß überpinselt, ein Klempner, der die Rohre mit Panzertape abklebt und sich das Schweißen spart oder ein Maler, der die Farbe so sehr verdünnt, dass nach dem Trocknen der alte Anstrich wieder durchkommt. Mit anderen Worten: ein Pfuscher: Würdest du so einen Handwerker wieder beauftragen? Bestimmt nicht! Mehr noch: du würdest auch andere vor ihm warnen.

Als Autor bist du bei den handwerklichen Aspekten nicht besser dran.

Du darfst gern aus meinen Fehlern lernen…

Glaub mir: ich hab das auf die harte Tour gelernt. Bei meinen ersten Büchern hatte ich mir die Kosten für das Korrektorat gespart und selbst Hand angelegt – der schwerste Fehler meiner Selfpublisher-Karriere. Erspare dir die vernichtenden Kritiken.

Und egal was du glaubst: für deine eigenen Texte bist du immer ein schlechter Korrekturleser. Schuld daran ist dein Gehirn, denn graue Klumpen ist ziemlich faul. Statt sich die Mühe zu machen, Informationen Buchstabe für Buchstabe vom Papier über die Augen aufzunehmen und umzuwandeln, kramt es lieber im eigenen Speicher und präsentiert deinem Bewusstsein das, was im Manuskript stehen sollte. Und das ist nicht unbedingt das, was wirklich da steht.

Es gibt ein paar Tricks, unser Gehirn dazu zu bewegen, nicht auf die eigenen Erinnerungen zurückzugreifen, etwa den Text laut oder rückwärts zu lesen, aber diese Techniken sind nicht hundertprozentig sicher. Auch Testleser ersetzen kein professionelles Korrektorat. Testleser erkennen viel, das stimmt. Da sie einen unbekannten Text vor sich haben und jedes Wort erst einzeln lesen, verstehen und einordnen müssen, fallen ihnen Fehler eher auf. Aber wenn es sich bei deinen Testlesern nicht um nicht unterforderte Deutschlehrer oder Germanistikprofessoren handelt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Feinheiten der deutschen Rechtschreibung und Grammatik auch ihnen unbekannt sind.

Was ist der Unterschied zwischen einem Korrektorat und einem Lektorat?

Einfach erklärt: Bei einem Korrektorat wird nur nach Fehlern bei Rechtschreibung und Grammatik gesucht. Ein Lektorat kümmert sich um Fehler (oder Verbesserungsmöglichkeiten) beim Geschichtenaufbau, der Charaktergestaltung – also um den Inhalt, mit dem Ziel, die Geschichte für den Leser besser zu machen. Einen guten Lektor zu finden ist ungefähr so einfach wie einen Partner fürs Leben zu finden. Mit dem einem möchte man seine Bücher großziehen, mit dem anderen seine Kinder…

Ob du nun per Lektorat deine Geschichte gründlich überarbeiten, oder per Korrektorat deinen Text entfehlern lassen willst, musst du selbst entscheiden. Durch deine Testleser weißt du, ob deine Geschichte ankommt oder nicht. Wenn sie nicht wirklich zündet, deine Leser aber nicht genau sagen können, warum, dann könntest du es mit einem Lektorat versuchen. Falls die Geschichte stimmt, reicht ein Korrektorat.

Wie findest du ein Korrektorat, das zu dir passt?

Einen guten Korrektor zu finden ist einfacher, als einen passenden Lektor/Lebensgefährten, aber auch hier kommt es auf die menschliche Komponente an; je besser man miteinander auskommt, desto besser klappt die Zusammenarbeit. Eigentlich logisch, oder?

Wie findest du aber einen Textprofi, der zu dir passt? Eine Website, die unglaublich professionell aussieht, kann sich heute jeder mit ein paar Klicks zusammenstellen. Besser ist es, die Referenzen zu prüfen. Sind Bücher darunter, die deinem entsprechen? Entsprechen diese Referenzbücher dem Standard, den du gern für dein Werk hättest? Arbeitet er in deinem Genre? Falls nicht, könnte es sein, dass er zu deinem Buch einfach keinen Zugang findet. Das Ergebnis muss deshalb nicht schlechter ausfallen, aber mir fällt die Zusammenarbeit mit anderen leichter, wenn sie auch meinen Buchgeschmack teilen.

Du kannst auch den umgekehrten Weg gehen: such dir Bücher aus, die dir gefallen und sieh im Impressum nach, wer für Korrektorat und Lektorat verantwortlich ist.

Oder der übliche Rat: Frag Twitter! Tweets mit dem Hashtag #followerpower erreichen meist eine enorme Anzahl Menschen und du bekommst die ein oder andere Empfehlung. Es sind auch viele Autoren auf Twitter unterwegs, die dir sicher gern jemanden empfehlen.

Die meisten Korrektorate bieten eine Art Kennlern-Service an: eine handvoll Seiten werden zum Festpreis überarbeitet. Das solltest du für die Kandidaten nutzen, die in die engere Wahl kommen. Auch wenn es Geld kostet; an dieser Stelle zu sparen ist die falsche Entscheidung. Denn es geht hier ja hoffentlich um eine jahrelange Zusammenarbeit (Oder willst du etwa nach einem Buch bereits aufhören?). Achte auf die harten und die weichen Faktoren. Werden Zusagen und Termine eingehalten? Klappt es mit der Kommunikation? Ist Leidenschaft für das geschriebene Wort zu spüren? Kannst du dir eine zukünftige Zusammenarbeit gut vorstellen? Kommt er mit deinen Dateiformaten klar? Sind Änderungen deutlich und eindeutig markiert und leicht nachzuvollziehen?

Erwarte aber keine Vollkommenheit; es gibt keinen Korrektor, der immer alle Fehler findet. Für deine endgültige Entscheidung beachte dem Rat folgender drei Instanzen: Bauch, Kopf, Geldbeutel. In dieser Reihenfolge.

So – wenn jetzt der Inhalt stimmt, dann ist als nächstes die Verpackung dran. Das Cover ist das erste, was dein zukünftiger Leser von deinem Buch sieht. Da lohnt es sich, mehr als nur einen Gedanken daran zu verschwenden. Und welche Gedanken das sein sollten, darum geht es nächste Woche. Bis dahin!

Nichts verpassen: per RSS oder eMail anmelden und sofort über neue Artikel informiert werden!

 

 

 

Interessanter Artikel? Teil ihn mit deinen Kontakten - und hilf einem Blogger ;-)

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

Getagged mit: , ,
Veröffentlicht unter ePublishing, Verlegen

Krimis mit Humor: Dorothea Böhme – Meuchelbrut

Das ist eine vollkommen natürliche Reaktion beim Anblick einer frischen Leiche im Hause Hinrichsen – und macht mir die Familie gleich auf der ersten Seite sympathisch. Und dem schwarzen Humor liebenden Leser auch, denn der hat viel zu lachen, im Gegensatz zu einem Mitglied der Familie. Glenn, dem Familienpatriarchen. Denn laut dessen Testament profitieren alle anderen Verwandten von seinem Ableben. Da er dieses spezielle Dokument aber nicht selbst geschrieben hat, besteht der begründete Verdacht, dass der Testamentsschreiber die Sache mit dem Ableben auch gleich selbst in die Hand nimmt.



Kindle Edition: Check Amazon for Pricing Digital Only
Release date February 5, 2014.

Ein gewaltsamer Tod ruft natürlich eine gewisse Anzahl von Ermittlern auf den Plan. Eine Versicherungsdetektivin, die den Selbstmord nachweisen will, um die Auszahlung der Lebensversicherung zu verhindern und damit ihre Beförderung zu sichern sowie einen Kriminalkommissar, dem die Unfallvariante ganz recht wäre – um seine in einer Woche anstehende Pensionierung nicht zu gefährden.

Bei dieser Konstellation und Böhmes lockeren Schreibstil wird das Buch auf keiner Seite langweilig. Bei Seite zweihundert (von zweihundertfünfzig) bildet sich die erste stichhaltige Theorie zum wahren Täter, die sich später auch bestätigt. Das ist gut für mein Leserego; dafür gibt es weitere Pluspunkte. Und bei der Menge an versteckten Pointen ist es sehr wahrscheinlich, dass ich das Buch in einiger Zeit nochmal lesen werde – das ist für mich die beste Empfehlung, die ich einem Buch geben kann.

PS: Danke an Dorothea Böhme und an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar und an @Heikefroehling für diesen Lesetipp.

 

 

 

Interessanter Artikel? Teil ihn mit deinen Kontakten - und hilf einem Blogger ;-)

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

Getagged mit: , ,
Veröffentlicht unter Krimis mit Humor, Lesen

Lutetia Stubbs: interessant, leicht irre und irgendwie faszinierend

Besser hätte ich es auch nicht zusammenfassen können, als es Sindy Holmbach in ihrer Rezension zu Lutetia Stubbs: Herz aus Stein getan hat.

Die ganze Rezension gibt’s hier:

Lutetia Stubbs: interessant, leicht irre und irgendwie faszinierend


Lutetia Stubbs: Herz aus Stein (Kindle Edition)

By (author): Matthias Czarnetzki

Kindle Edition: Check Amazon for Pricing Digital Only

 

 

 

Interessanter Artikel? Teil ihn mit deinen Kontakten - und hilf einem Blogger ;-)

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

Veröffentlicht unter Krimis mit Humor, Lesen

Buchmarketing I – Dein Thema, der Kernsatz und der Elevator Pitch

Was macht eigentlich ein Selfpublisher?
Buchmarketing I – Dein Thema, der Kernsatz und der Elevator Pitch

Worum geht es denn in deinem Buch?

Die Frage, die zu neunundneunzig komma acht Prozent auf deine Bemerkung “Ich habe ein Buch geschrieben” kommt, lautet: “Worum geht’s denn da?”

Und glaub mir: das letzte, was dein Zuhörer will, ist eine halbstündige Erklärung über die Philosophie der Weltgeschichte angefangen vom ersten Atom, das sich in dieses Universum gewagt hatte, bis zum hier und jetzt, dessen Essenz sich in deinem Meisterwerk auf existenzielle Weise manifestiert.

Er will einen Satz hören. Vielleicht auch zwei, wenn er ein guter Freund ist vielleicht drei.

Das hat nicht unbedingt etwas mit der heutigen, schnelllebigen Zeit zu tun. Aber etwas auf den Punkt bringen kannst du nur, wenn du genau weißt, worum es geht. Wenn du das bei deinem Buch nicht schaffst – wie sollen deine Leser es können?

 Der Kernsatz

Für James N. Frey, Autor des Schreibratgebers Wie man einen verdammt guten Roman schreibt ist dieser Kernsatz sogar so wichtig, dass man als Autor ihn sogar schon vor dem Schreiben kennen sollte. Wenn du ihn kennst, hast du wirklich einen Vorteil. Du schreibst dann zielgerichteter, konzentrierter. Deine Geschichte muss nicht erst hunderte Seiten lang nach ihrem Sinn suchen. Statt dessen marschiert sie zielgerichtet auf ihren Höhepunkt zu und entwickelt dabei eine Eigendynamik, die deine Leser mitreißt.

Wenn du dein Buch also bekannt machen willst, musst du selbst als erstes genau wissen, worum es geht und dieses Wissen in aller Kürze zusammenfassen können.

 Der Elevator Pitch

In der Marketingsprache heißt das Elevator Pitch. Der Ausdruck kommt von folgender Vorstellung: du betrittst einen Fahrstuhl, in dem schon eine andere Person ist. Als sich die Türen schließen (und er andere nicht mehr flüchten kann – das ist Grundvoraussetzung!) erkennst du in dem Mann den Leiter eines großen Verlags, der dein Buch weltweit bekannt machen kann. Du hast jetzt bis zum nächsten Stockwerk Zeit, ihn von deiner Geschichte zu überzeugen. Danach stimmt er zu oder er steigt aus und erwirkt eine Unterlassungsverfügung gegen dich, die dir verbietet, dich ihm für den Rest deines Lebens auf mehr als hundert Meter zu nähern.Deshalb ist die Idee des Elevator Pitch, dein Projekt in maximal zwanzig bis dreißig Sekunden überzeugend zu präsentieren.Diese Präsentation ist wichtig, denn mit ihr wirst du deine Leser, Buchblogger und jeden, der nur das geringste Interesse zeigt, von deinem Buch überzeugen müssen. Dieser Pitch ist dein Klappentext, deine ebook-Beschreibung bei Amazon, die Visitenkarte deines Buches.

 Auf der Suche nach dem Kernsatz

Du hast deinen Kernsatz und deinen Elevator Pitch noch nicht? Kein Problem. Du kannst beides auch nach dem Schreiben deines Buches finden. Stephen King zum Beispiel geht ähnlich vor. In seinem Buch   Das Leben und das Schreiben erwähnte er, dass er seine Geschichten nicht schreibt, sondern ausgräbt. Erst nach seinem Rohentwurf stellt er fest, was das Hauptmuster seines Buches ist und arbeitet das bei den folgenden Überarbeitungen weiter heraus.Nimm dir also nach deinem Rohentwurf die Zeit, gründlich über deine Geschichte nachzudenken. Was muss dein Protagonist durchmachen? Was wünscht er sich am meisten, was ist sein Motiv? Welche Schwierigkeiten muss er überwinden?Wenn du die Antworten auf die Fragen hast, musst du sie immer weiter verdichten. Lass wirklich alles weg, was nicht lebensnotwendig ist.Natürlich kann es sein, dass dir dazu nichts einfällt. Dann frage dich: Gibt es überhaupt einen Grund, warum ein wildfremder Mensch mein Buch lesen sollte? Wenn dir auch dazu nichts einfällt, dann solltest du deiner Geschichte noch mal von vorn überdenken.

Ein zweites Gedankenspiel, welches dir auf der Suche nach deinem Elevator Pitch helfen kann, ist folgender. Nimm das Buch eines bekannten Schriftstellers, vielleicht einfach die Nummer 1 der aktuellen Spiegel-Bestsellerliste. Stell deins daneben. Und nun steht vor deinem geistigen Auge ein Käufer in der Buchhandlung vor dem Regal und hat nur diese zwei Bücher zur Auswahl. Und du hast die Möglichkeit ihm zu sagen, warum dein Buch besser ist als das andere!

Der Pitch sollte gleichzeitig sagen, worum es geht, aber auch Interesse erwecken. Am besten durch eine Wendung, die nicht üblich ist.

Sagen wir, du hast einen Krimi geschrieben. Aus der Sicht des Täters. Wenn dein Pitch lautet: “Es geht um das Leben eines Auftragkillers aus seiner Sicht.” – dann dürfte das kaum mehr als ein kräftiges Gähnen auslösen. Davon gibt es mittlerweile schon zu viele. Aber vielleicht gibt es ja eine ungewöhnliche Wendung?

Wie wäre es mit: “Es geht um einen gewöhnlichen Mann, der Auftragsmorde übernimmt, um das Altersheim seiner Mutter bezahlen zu können.”? Das wirft sofort eine Reihe Fragen auf. Was bringt einen Menschen so weit, andere zu töten? Hatte er keine andere Möglichkeit, das Geld aufzutreiben? Weiß seine Mutter davon? Wird er geschnappt? Was passiert dann, wenn die Rechnungen nicht mehr bezahlt werden können?1

Dein Pitch ist also in dreifacher Hinsicht hilfreich: kennst du ihn vor dem Schreiben, dann hilft er dir, deine Geschichte zielgerichtet zu schreiben. Findest du ihn erst nach dem Schreiben heraus, kannst du bei deiner Überarbeitung alles weglassen, was nicht diesen Pitch unterstützt. Aber auf jeden Fall hilft er dir, dein fertiges Buch bekannt zu machen.

 Elevator Pitch und Kernsatz – das Richtige für dich?

Ob das aber der richtige Weg für dich ist, musst du selbst entscheiden. Die Sache mit solch “stromlinienförmig” geschriebenen Büchern ist folgende: sie lassen sich sehr schnell lesen – sind aber oft auch sehr schnell wieder aus den Köpfen deiner Leser verschwunden. Es gibt viele Schriftsteller, die diese Regel in ihren Büchern bewusst ignorieren – aber dazu gehört, dass sie diese Regel erst einmal kennen.

Gerade in Fantasy-Literatur kommt es darauf an, eine komplexe Welt so zu erschaffen, dass sich deine Leser vollständig darin verlieren können. G.R.R. Martins Game of Thrones ist alles andere als stromlinienförmig; die meisten Hauptfiguren erleben das Ende der Geschichte nicht einmal, neue werden eingeführt, Intrigen werden gesponnen, Allianzen geschmiedet und verraten. Gerade diese vielfältige Welt macht die Reihe so beliebt. Das Hauptthema ist zwar der Kampf um die Macht – aber es wird aus unzählig vielen Blickwinkeln beleuchtet.

Nachdem du deine persönlich Überarbeitung abgeschlossen hast, wird es Zeit für den Feinschliff: das Korrektorat und das Lektorat. Wie findest du einen guten Korrekturleser? Was macht einen hervorragenden Lektor aus? Und wo verstecken sie sich? Das behandle ich im nächsten Artikel – also am besten per Email oder RSS anmelden und auf dem Laufenden bleiben!

Noch Fragen, Unklarheiten, Verbesserungsvorschläge oder weitere Tipps? Nichts wie rein damit in die Kommentare!

Bis zum nächsten Mal!

 

 



1 Übrigens: Ich habe nicht vor, so ein Buch zu schreiben. Wenn du also die Idee verwenden willst, fühle dich frei, es zu tun. (Eine Erwähnung in den Danksagungen wäre nett.)

 

 

Interessanter Artikel? Teil ihn mit deinen Kontakten - und hilf einem Blogger ;-)

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

Getagged mit: ,
Veröffentlicht unter ePublishing, Schreiben, Verlegen

Krimis mit Humor: Erkül Bwaroo auf der Fabelinsel

Eine Hommage an Agatha Christie ist dieses Buch – so heißt es im Klappentext. Für einen Fan dieser klassischen Krimis setzt das die Erwartungen ziemlich weit oben an.



Kindle Edition: Check Amazon for Pricing Digital Only
Release date March 16, 2014.

Und schon in den ersten Szenen wird klar: hier ist eine liebevolle Adaption gelungen. Der Film, der im Kopfkino sofort losflimmert, erinnert ein wenig “Kreuzfahrt auf dem Nil” und Bwaroo sieht ein wenig wie Peter Ustinov mit spitzen Ohren aus.

Auch sonst ist dieser Krimi ein klassischer Whodunit. Und da er in einer Fabelwelt spielt, gibt es viele Einzelheiten und Märchenanspielungen zu entdecken – nur eins ist von Anfang an klar: Wenn bei einer Geiß mit sieben Kindern eins nach dem anderen verschwindet und später tot, zerfetzt oder gar nicht mehr auftaucht, dann wird auf keinen Fall der Wolf der Täter sein. Das wäre viel zu offensichtlich. Zumal der einzige Wolf auf der Fabelinsel lieber ein Schaf wäre, den notwendigen Körpertausch aber solange aufschieben muss, bis er ein Schaf findet, dass lieber ein Wolf sein möchte. Sowas sind Transgender Probleme auf einem ganz neuen Level…

Ansonsten werden reichlich Ablenkungen eingestreut, falsche Fährten gelegt und Hinweise gegeben, die es zu entschlüsseln gilt. Auch die Nebenfiguren sind detailreich gezeichnet und sorgen für das ein oder andere Schmunzeln, allen voran Bwaroos stoischer Diener Orges, dessen Auftritte kleine Highlights sind, egal ob er warme Milch serviert oder Fräulein Ninette abserviert.

Fazit: Erkül Bwaroo zu lesen hat Spaß gemacht und ist vor allem für solche Leser etwas, die Agatha Christie mögen oder Fantasy-Liebhaber, die gern mal ihre kleinen grauen Zellen fordern wollen.

 

 

Interessanter Artikel? Teil ihn mit deinen Kontakten - und hilf einem Blogger ;-)

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

Getagged mit: , ,
Veröffentlicht unter Krimis mit Humor, Lesen

Was macht eigentlich ein Selfpublisher? Testen, ob’s was taugt.

Ein fertiges, überarbeitetes Manuskript zu haben, ist ein großartiges Gefühl. Ich glaube, das es vergleichbar ist mit der Geburt eines Babys. Zugegeben, mir fehlt da ein wenig der praktische Vergleich; bei der Geburt meines Sohnes habe ich nur – mehr oder weniger hilfreich – daneben gestanden.

Trotzdem gibt es zwischen Babies und Manuskripten noch weitere Gemeinsamkeiten: wir neigen dazu, unsere Kinder zu schützen. Vor der großen weiten und in unserer Vorstellung unglaublich bösen Welt da draußen. Die Fachliteratur hat dafür den Begriff Helikoptereltern geprägt – Eltern, die um ihre Kinder herumschwirren und alles Schlechte von ihnen fernhalten. Spätestens aber, wenn in der Vorlesung die Tür des Audimax aufgeht und eine Stimme ruft: “Torben Janus, du hast dein Frühstücksbrot vergessen!” ist klar, dass das nicht gut ist. Kinder müssen irgendwann lernen auf eigenen Beinen zu stehen. Probleme selbst zu lösen statt sie gelöst zu bekommen. Nur dann wachsen sie und werden stark. Und nur dann können sie ihre Eltern richtig stolz machen.

Als Schriftsteller neigen wir dazu, unsere Geschichten zu beschützen. Vor der großen bösen Welt da draußen, vor Lesern, die unser Buch nicht mögen, vor Rezensenten, die es in der Luft zerreißen, vor Ignoranten, die sowieso nicht kapieren, worum es wirklich geht.

Das ist falsch. Wie sonst lernst du als Autor, wo die Schwächen deiner Geschichten liegen, wenn du sie nicht an die frische Luft lässt? Sodass sie draußen mit der Literaturwelt in Berührung kommen, wo sie wachsen und gedeihen können. Feedback ist lebenswichtig. Auch Kritik. Selbst aus vernichtender Kritik solltest du versuchen, etwas zu lernen.

OK, du musst deinem Manuskript nicht gleich die volle Breitseite geben. Deshalb komme ich nun zu einer Strategie, mit der du Testleser gewinnen kannst, die dein Buch wohlwollend, aber auch kompetent beurteilen können.

Erstens: deine Verwandten sind keine geeigneten Testleser. Punkt. Warum? Sie stehen dir zu nah. Und sie sind den Rest deines Lebens an dich gebunden. Deine Mutter wird immer sagen, dass dein neustes Werk ganz toll ist. Und sie wird ganz begeistert sein. Das meint sie auch wirklich ehrlich. So sind Mütter nun mal.

Auch dein Partner wird abwägen, was für eine lange, glückliche Zukunft besser ist: Ehrlichkeit oder häuslicher Frieden. Die meisten werden sich für häuslichen Frieden entscheiden; falls nicht, steuert ihr wahrscheinlich gerade auf eine Trennung zu.

Das gleiche gilt für gute Freunde – wenn dir etwas an ihrer Freundschaft liegt, verschone sie mit Manuskriptarbeit1

Wie kommst du nun also an geeignete Testleser? Ich verrate dir meinen Trick.

Menschen denken in Schubladen. Das ist in diesem Fall nicht mal schlecht. Denn es bedeutet, wem eine Sache gefällt, dem wird eine ähnliche Sache auch gefallen. Du musst nun herausfinden, welche Sache – genauer: welches Buch – deinem Buch ähnelt.

Bei meinen Lutetia-Stubbs-Romanen sind es die Bücher um Henry Wilt, geschrieben von Tom Sharpe. Der eine oder andere kennt vielleicht Puppenmord; das ist der erste und bekannteste Teil der Serie. Jemand, der von Puppenmord begeistert ist, könnte also auch von KellerLeichen angetan sein. Und wo findet man Leser, die von Puppenmord begeistert sind? Du kannst ja schwerlich durch die Wohnzimmer der Nachbarschaft ziehen und die Bücherregale durchforsten oder dich vor einer Buchhandlung auf die Lauer legen und die Einkäufe der herauskommenden Kunden durchsuchen. Zum Glück gibt es dieses Internet ;-) Und in diesem Internet Lesercommunities, in denen sich Leser aktiv über Bücher und Geschichten austauschen. lovelybooks.de dürfte die größte deutschsprachige Community sein, librarything.com und goodreads.com sind international bekannter. Und das beste ist: die meisten Leser stellen ihr gesamtes Bücherregal online! Damit liefert die Suche nach Besitzern von Puppenmord eine ganze Reihe potentieller Testleser2

Wie geht es weiter? Ganz einfach: fragen. Eine nette Nachricht schicken, dich kurz vorstellen und sagen, dass du ein Buch geschrieben hast, welches dem Buch XY von Autor Z ähnelt. Und du gern seine Meinung zu deinem Manuskript hättest. Ob du es vielleicht unverbindlich schicken dürftest?

Vergiss nicht freundlich zu sein. Dein Gegenüber ist ein Mensch, wahrscheinlich mit einem Job und wenig Zeit. Respektiere das und auch ein Nein, falls er einfach nicht möchte. Denk immer daran: Niemand schuldet dir etwas. Aber Bitte und Danke sind wirklich wirkungsvolle Mittel, wenn es darum geht, Hilfe zu bekommen. Überleg dir vor allem, wie du deinen Dank auch zeigen kannst. Die Widmungsseite von Büchern ist nicht umsonst da und auch die Danksagungen sind im Normalfall mit einer ganzen Reihe von Namen gefüllt. Vielleicht fällt dir noch eine andere Überraschung ein. Wie heißt es so schön (und vor allem wahr): Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.

Beim ersten Buch solltest du von deinen Testlesern keine ausgefeilte Analyse erwarten. Bitte sie um einfache, kurze Feststellungen. Zum Beispiel: Kam dir meine Hauptfigur realistisch vor? Welches ist deiner Meinung nach die schwächste Stelle im Buch? Welche die stärkste? Würdest du dir dieses Buch im Laden kaufen oder nicht? Damit bekommst du einen Überblick, wie deine Geschichte in der Welt da draußen ankommt. Ist sie gut, dann kannst du eine Veröffentlichung ins Auge fassen – wenn nicht, dann hast du jetzt Hinweise, was du verbessern musst, ohne dass dabei zu großer Schaden entstanden ist3

Später, wenn du dir einen Kreis von Testlesern aufgebaut hast – wobei es natürlich von Vorteil ist, wenn du Serien oder zumindest immer im gleichen Genre schreibst – kannst du mit deinen Fragen detaillierter werden. Dann kannst du auch jedem deiner Betaleser einen nach seinen Vorlieben oder Spezialgebiet angepassten Fragenkatalog geben. Wenn einer von ihnen weit herumgereist ist, dann lass ihn Fragen zu deinen Handlungsorten beantworten; einen Computerfreak kann eher auf technische Details in deiner Geschichte achten.

Und wenn du etwas einfach nicht weißt? Dann frag einfach. Es ist unglaublich, wie viel Hilfsbereitschaft einem bei einer höflich gestellten Frage entgegenschlägt. Twitter ist da für mich eine reicher Schatz; eine Quelle von Fachwissen, die mit keinem Geld der Welt zu bezahlen ist. Mir geht das so bei Fragen, die sich nicht unbedingt per Lexikon beantworten lassen. Für mein aktuelles Buch brauche ich Hintergrundinformationen zu Malerei, zum Beispiel, wie viel für ein bestimmtes van-Gogh-Bild und ein Miro bei den letzten Versteigerungen bezahlt wurde. Oder wie sich eine Frau im sechsten Schwangerschaftsmonat wirklich fühlt (Eine Erfahrung, die ich naturgemäß nie selbst machen kann).

Wenn du auf andere zugehst und um Hilfe für dein Buch bittest, wirst du oft vor der Herausforderung stehen, die Geschichte und ihr Thema in zwei bis drei Sätzen zusammenzufassen. Du wirst merken: das ist nicht leicht. Aber es ist auch sehr wichtig; vor allem später, wenn es um das Buchmarketing geht. Deshalb komme ich im nächsten Artikel zum Kernsatz eines Buches. Wie man ihn findet und was ein Elevator Pitch ist.

Also bleib am Ball, per RSS oder eMail! Bis dahin!

 

 



1 Ja, es ist Arbeit. Wenn du es vielleicht anders siehst – deine Freunde sind keine Schriftsteller. Für sie bedeutet Texte zu lesen und zu bewerten Arbeit.


2 Konzentriere dich dabei besonders auf die, die dein Referenzbuch zusätzlich auch noch gut bewertet haben.


3 Außer möglicherweise an deinem Ego. Aber das heilt.

 

 

 

Interessanter Artikel? Teil ihn mit deinen Kontakten - und hilf einem Blogger ;-)

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

Getagged mit:
Veröffentlicht unter ePublishing, Schreiben, Verlegen
Subscribe via RSS

Lutetia Stubbs: Karrierepfade

( 1035 mal heruntergeladen)
(609 mal heruntergeladen)
(662 mal heruntergeladen)
Lutetia Stubbs: Die Beerdigung der widerspenstigen Leiche von Adalbert Finley
Das Buch gibt es hier geschenkt oder hier zu kaufen!

Alle Formularfelder sind erforderlich.







Alle Formularfelder sind erforderlich.